
Das Saarland beginnt am Dienstag mit den ersten Lockerungen der Corona-Einschränkungen. Und es gibt viel Kritik: Doch ist diese auch begründet?
Das kleinste Bundesland der Republik, das Saarland, lockert seine Corona-Maßnahmen. Trotz hoher und immer höher werdender Inzidenzen und steigenden Neuinfektionen. Das sorgte schon nach Verkünden der Pläne für reichlich Kritik – von Kanzlerin Angela Merkels, über Karl Lauterbach und Lothar Wieler, bis hin zu den Betroffenen: der Bevölkerung.
Dabei ist besonders auffällig, dass die Gegner des Lockerungsvorhabens vorwiegend aus Ländern stammen, die nicht so schnell Aussicht auf mehr Freiheit und die heiß ersehnte Normalität haben. Spielt also auch Eifersucht eine Rolle?
Ja, natürlich tut sie das. Das ist aber auch verständlich. Denn nach einem Jahr Einschränkungen, die allem Anschein nach im Großen und Ganzen sowieso nichts bewirken, sehnt sich allmählich jeder nach einem endlich wieder sorgenlosen, freieren und unbestimmteren Leben. Trotz aller Eifersucht muss jedoch weiter logisch und zielführend gehandelt werden – und das macht das Saarland, indem es Lockerungen ankündigt.
Das Saarland macht nichts falsch, wenn es lockert
Das Saarland macht nichts falsch, wenn es beginnt zu lockern. Denn man muss der Wahrheit in die Augen schauen, selbst wenn man sich in einer Pandemie befindet. Gleich vorweg: Ja, die Menschen können an einem möglicherweise äußerst schädlichen Virus erkranken. Sie können aber auch gesund-ungesund in der Klapse landen, wenn sich nicht bald etwas ändert.
Denn die Zahlen sind bekannt, die Zahlen der nicht zuletzt wegen des Lockdowns, der Kontaktbeschränkungen und der pausenlos und seit über einem Jahr auf sie eindreschenden Presse-Panik an Depression erkrankten und unter Einsamkeit leidenden Menschen.
Die psychischen Folgeschäden sind strenggenommen den Statistiken der „Long-Covid“-Fälle zuzuordnen – oder besser gesagt der der „Long-Lockdown“-Krankheitsfälle.
► Und genau das ist Anlass genug, langsam aber sicher von den ebenso schädlichen Einschränkungsmaßnahmen zurückzutreten. Deshalb: Das Saarland macht es richtig!
F.-N. WÜRTH, LUSIANA HEUMANN
